1.1 Vorgeschichte

Die Familie der Meerschweinchen (Caviidae) gehört zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia) und wird in vier Gattungen unterteilt.

Coronet-Bock Romeo

Das Wildmeerschweinchen, welches somit für uns die meiste Bedeutung hat, ist in verschiedenen Arten über große Gebiete Mittel- und Südamerikas verbreitet und besiedelt vorzugsweise Hochebenen und Buschsteppen der Anden bis zu Höhenlagen von 4200 m. Es ist dämmerungs- bzw. nachtaktiv.

Im Familienverband lebend, gehen die Meerschweinchen gemeinsam auf Futtersuche, wobei ihnen selbstgegrabene

Höhlen und Schlupfwinkel Schutz vor Feinden bieten. Sie ernähren sich hauptsächlich von Gras und Kräutern und decken damit ihren hohen Vitamin-C-Bedarf. Die Wildmeerschweinchen sind mit mehreren Trächtigkeiten im Jahr und einer winterlichen Zyklusruhe sehr fortpflanzungsaktiv. Nach einer Tragezeit von ca. 65 Tagen werden meist zwei vollentwickelte nestflüchtige Junge geboren, die am ersten Tag selbstständig Futter aufnehmen können. Sie werden drei Wochen gesäugt.

Das Meerschweinchen gehört zu den ältesten Haustieren der neuen Welt. Ausgrabungen mit darauf abgebildeten Meerschweinchen deuten darauf hin, daß bereits 1000 v. Chr. die Domestikation begann. Sie wurden von den Inkas als Speise- u. Opfertiere gehalten. Nach der Entdeckung Amerikas wurden sie von spanischen Seefahrern und holländischen Kaufleuten mit nach Europa gebracht und dort weitergezüchtet.

Coronet-Sau Flavia

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Meerschweinchen mit der Entwicklung der biologischen und medizinischen Wissenschaften bevorzugt als Versuchstier genutzt. Bedeutend für uns ist aber auch die damit entstandene Züchtung verschiedener Rassen.